E-Learning, Blended Learning, Online-Unterricht – Begriffsbestimmung und Tipps zur Umsetzung

Was bedeutet Blended Learning? Kann E-Learning Blended Learning ersetzen? Oder ist das sowieso das Gleiche? Die Antworten bekommen Sie hier – inklusive wertvoller Tipps zur Umsetzung von E-Learning, Blended-Learning und Online-Unterricht in Ihrem Unternehmen.  

E-Learning und Blended Learning: Definition

Mit E-Learning ist zunächst einmal jegliche Form des Lernens gemeint, die elektronisch erfolgt. Das sind Online-Kurse, Video-Trainings, computergestützte Lernformate und Co. Ein E-Learning-Angebot kann im Gegensatz zum Präsenzseminar von überall aus wahrgenommen werden. Alles, was Lernende dafür brauchen, ist ein Computer, das Lernangebot und ggf. eine Internetverbindung. Es ist jedoch auch möglich, E-Learning offline, zum Beispiel über einen Intranet-Server, anzubieten. Gemeinsam ist allen E-Learning-Formaten, dass sie virtuell, und nicht analog, funktionieren. Im Zuge der Digitalisierung hat E-Learning deshalb stark an Bedeutung gewonnen. Immer mehr Firmen setzen auf elektronische Lernformate zur Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter_innen, da sie zahlreiche Vorteile mitbringen:

  • E-Learning ist kostengünstig: Sie brauchen weder große Räume, noch Essen und Getränke für Lernende und Lehrende, noch Hotels oder Reisetickets. Auch eine Seminarleitung ist in vielen Fällen nicht notwendig.
  • E-Learning macht flexibles Lernen möglich: Von unterwegs, zu Hause oder im Hotelzimmer, während der Arbeit, auf dem Nachhauseweg oder in der Kaffeepause – mit E-Learning-Formaten kann überall und zu jeder Zeit gelernt werden. Lernende wählen selber, wann und wo sie ihre Lerneinheiten bearbeiten wollen.
  • E-Learning erzielt nachhaltigen Lernerfolg: Während lange Präsenzveranstaltungen oft zu viel Stoff auf einmal vermitteln, kann E-Learning in kleinen Dosen betrieben werden. Diese Art des schrittweisen Lernens wird auch „Micro Learning“ genannt und erfreut sich großer Beliebtheit. Natürlicherweise sind wir Menschen nicht darauf ausgerichtet, eine riesige Menge an Informationen auf einmal zu verarbeiten. Neue Infos verankern wir viel besser, wenn wir sie in kleinen „Häppchen“ aufnehmen. Deshalb zielt E-Learning vielmehr auf nachhaltige Lernerfolge und langfristiges Wissen als auf schnelles Auswendiglernen. Und genau dieses fundierte Knowhow der Mitarbeiter_innen unterscheidet erfolgreiche Unternehmen von anderen.
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Aber kann E-Learning Präsenzunterricht wirklich ersetzen? Nun – nicht immer. Dabei ist zwischen deklarativem Wissen („knowing-what“) und prozeduralem Wissen („knowing-how“) zu unterscheiden. Das deklarative Wissen bezieht sich auf Theoretisches und ist mit E-Learning-Formaten in den meisten Fällen perfekt abgedeckt. Beim prozeduralen Wissen geht es darum, dass Gelernte selbstständig anzuwenden. Hier kann, je nach Branche, Präsenzunterricht gefragt sein.  

Und da kommt das Blended Learning ins Spiel. Blended Learning bezeichnet eine Mischform aus analogen und digitalen Lerninhalten. Wie Blended Learning umgesetzt wird, ist in jedem Unternehmen anders.

E-Learning Blended Learning Beispiel I

Unternehmen X möchte Kosten bei der Weiterbildung sparen. Ein Lehrgang im Schweißen, der sonst in Präsenz abgehalten wurde, wird nun als Blended Learning angeboten: Theorieinhalte werden in automatisierten E-Learning-Einheiten verpackt und können von Mitarbeiter_innen selbstständig am Computer konsumiert werden. Die Unterweisung der Mitarbeiter_innen im Umgang mit Werkzeugen erfolgt nach wie vor in Präsenz – hier jedoch in wesentlich kleineren Grüppchen, ohne große Seminarräume und externe Lehrende.

E-Learning Blended Learning Beispiel II

Unternehmen Y möchte Mitarbeiter_innen in Arbeitssicherheit in der Küche schulen. Dafür werden mehrere Lernfilme zu relevanten Themen in Auftrag gegeben. Diese Filme können von den Mitarbeiter_innen jederzeit im Intranet abgerufen werden. Da das Anschauen der Filme obligatorisch ist, muss jede_r Mitarbeiter_in im Anschluss einen Fragebogen zu den gelernten Inhalten ausfüllen. Das alles erfolgt digital. Ein Bereich der Lerninhalte wird in einer zusätzlichen Präsenzveranstaltung vertieft, wo Mitarbeiter_innen sich gegenseitig bei der Ausführung der Hygienevorschriften unterstützen sollen. Dabei wird das Wissen durch gemeinsame Übung (Anlegen der Arbeitskleidung, hygienische Reinigung der Gerätschaften etc.) vertieft.

E-Learning Blended Learning Beispiel III

Unternehmen Z ist in der digitalen Welt zu Hause. Als Online-Consulting-Unternehmen bietet es bereits sehr hochwertige E-Learning-Formate für seine Mitarbeiter_innen an. Im Bereich direkte Kundenberatung jedoch möchte das Unternehmen eine möglichst echte Simulationssituation schaffen. Deshalb wird neben dem E-Learning auch eine Live-Übungsveranstaltung eingeführt, wo mit Hilfe eines Coachs der Umgang mit Kunden trainiert wird. Ein perfektes Beispiel für E-Learning Blended Learning, das die Vorteile von Präsenz- und Digitalschulungen vereint.

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Ist E-Learning Blended Learning unterlegen?

Manche Weiterbildungsbeauftragte sind trotz der enormen Vorteile von E-Learning-Formaten skeptisch: Können digitale Lernprodukte wirklich mit Präsenzveranstaltungen mithalten? Die gezeigten Beispiele legen nahe, dass ein Mix aus analogen und digitalen Lernangeboten den größten Erfolg verspricht. Und auch eine große Studie, die 96 kleinere Studien ausgewertet hat, zeigt: Blended Learning ist im deklarativen Bereich um 13 % und im prozeduralen Bereich sogar um 20 % erfolgreicher als reine Präsenzseminare[1].

Man kann also sagen, dass E-Learning Blended Learning unterlegen ist – jedoch nur in einigen Fällen. Manche Themen erfordern praktische Übungen, andere nicht. Im Vergleich mit reinen Präsenzveranstaltungen hat E-Learning beim deklarativen Wissen in derselben Studie mehr Lernerfolg gebracht, während beide Lernformen beim prozeduralen Wissen gleichauf waren. Heißt: Auch, wenn es um das konkrete Anwenden von frisch gelernten Inhalten geht, kann E-Learning genügen. Es kommt darauf an, in welchem Bereich gelernt wird:

  • Vermitteln Sie ein Handwerk, kann es notwendig sein, gemeinsam vor Ort zu üben.
  • Werden Mitarbeiter_innen im Umgang mit schwerem Werkzeug und riskanten Aufgabengebieten geschult, ist eine Präsenzunterweisung ebenfalls von Vorteil oder sogar gesetzlich vorgegeben.

Hier ist anstelle von reinem E-Learning Blended Learning angesagt. Zeigen Sie Ihren Mitarbeiter_innen z. B. im Vorfeld ein Tutorial-Video zu den neuen Aufgaben und übern Sie diese anschließend in persona bei einem Präsenztraining.

E-Learning-Formate für Blended Learning

Medial haben Sie bei der Nutzung von E-Learning-Formaten für Ihr Blended Learning keine Grenzen. Eine Grundregel lautet jedoch: Achten Sie auf einen ansprechenden, medialen Mix und setzen Sie mehrere Formate ein, damit Ihre Mitarbeiter_innen Ihr digitales Lernangebot gerne konsumieren und mit fundiertem Knowhow daraus hervorgehen.

Videos

Videos im Sinne von Realfilmen, Erklärvideos, Tutorials, How-To-Videos, Bildschirmaufzeichnungen und Schulungsfilmen sind das angesagteste Medium beim E-Learning – und das aus gutem Grund: Nichts bildet die Realität besser ab als ein Video. Und nichts kann auch Abstraktes besser in greifbare Bilder fassen. Hinzu kommt der hohe Unterhaltungswert von Bewegtbild. Erinnern Sie sich an den Jubel in der Schule, als es hieß: „Wir gucken heute einen Film“? Genauso ist es auch heute noch bei Ihren Mitarbeiter_innen: Videos bieten einen der unterhaltsamsten Wege der Informationsverarbeitung.

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Audioinhalte

Auch Audioformate sind im E-Learning heißbegehrt. Egal ob Wissenspodcast oder Sprachübungen – mit auditiven Lernmitteln bieten Sie Ihren Lernenden eine niedrigschwellige und kostengünstige Möglichkeit, neue Kompetenzen zu erwerben. Sie brauchen weder teures Kameraequipment noch aufwändige Benutzeroberflächen. Audio hat zudem den großen Vorteil, dass es nicht die volle Aufmerksamkeit von Lernen erfordert, sondern nebenbei konsumiert werden kann.

Interaktive Grafiken

Grafiken, ob statisch oder interaktiv, gehören als Basiselemente zum E-Learning. Mit Hilfe von Bildern können Sie Zusammenhänge konkret darstellen und Komplexes erläutern. Interaktive Mitmachgrafiken bieten außerdem einen hohen Spielfaktor – und dieser ist wichtig, um die Lernmotivation zu stärken.

Texte

Natürlich sind auch Texte beim E-Learning gefragt. Hier kommt es darauf an, dass sie Ihren Lernenden nicht zu viel Text auf einmal an die Hand geben, sondern diesen durch Grafiken und ein nutzerfreundliches Layout angenehm gestalten. PDFs per E-Mail funktionieren hier genauso wie kurze Lesetexte, die in ein E-Learning-Modul eingebunden werden. Achtung: Denken Sie an den medialen Mix!

Quizze und Mitmachelemente

Neben interaktiven Grafiken bieten auch Quizze eine gute Möglichkeit, um E-Learning noch spannender zu gestalten. So kann auch der Lernerfolg ganz einfach selbst überprüft werden und die Lernenden wissen genau, welche Module sie verinnerlicht haben und wo noch Wiederholungsbedarf besteht.        

Ist Ihr E-Learning Blended Learning tauglich?

Nutzen Sie bereits E-Learning und möchten es nun um Präsenzveranstaltungen erweitern? Haben Sie bisher nur Präsenzweiterbildungen angeboten und wünschen sich eine umfassende Beratung zu den Möglichkeiten digitaler Weiterbildungen? Oder wollen Sie sofort losstarten und eine Blended-Learning-Umgebung herstellen, die Ihre Mitarbeiter_innen bestmöglich schult? Dann vereinbaren Sie jetzt Ihr unverbindliches Beratungsgespräch mit unseren Expert_innen: Mit unserer E-Learning-Agentur haben Sie einen kompetenten Partner an Ihrer Seite, der Sie in allen Fragen transparent, persönlich und qualifiziert berät.      

DIAKONIE  – HR Erklärvideo – Flat Design

DHL Deutsche Post AG – Streetscooter

Ecolap – Personalhygiene Schulungsvideos

AUDI – E.Solution Whitboard ErkläVideo Produktion

TU Dresden – Erklärvideo zum Thema Umwelt und Nachhaltigkeit

VW WeDrive Volkswagen – Erklärvideo Legetechnik

Interaktives Erklärvideo

  • Macht Zuschauer zu Mitmachern
  • ca. 5 Minuten Lernzeit
  • Film mit bis zu 3 Interaktionen
  • Ab 6.000 € (zzgl. MwSt.)

Erlebnis-Lernwelt

  • Das Lernen wird dabei zu einer Entdeckungsreise
  • ca. 5 Minuten Lernzeit
  • Lernen im virtuellen Raum in Form eines 360°-Bildes oder 360°-Erklärfilms oder als Lernspiel
  • Preis auf Anfrage

Lernspiele – Gamification

  • Das Lernen wird zum Kinderspiel
  • 5 Minuten Lernzeit
  • Lernen im virtuellen Raum in Form eines 360°-Bildes oder 360°-Erklärfilms oder als Lernspiel
  • Preis auf Anfrage

WBT, Lernstrecken

  • Das interaktive und multimediale Lernerlebnis
  • 5 – 20 Minuten Lernzeit
  • Mix aus Video, Multimedia-Inhalten und bis zu 5 Interaktionen
  • Ab 7.000 € (zzgl. MwSt.)

[1] https://www.researchgate.net/publication/227689134_The_comparative_effectiveness_of_Web-based_and_classroom_instruction_A_meta-analysis

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